KAMP "d.K.d.t.B." - EP
 
   
     
  Texte:

1. Intro
2. Helmut
3. d.K.d.t.B.
4. Skit
5. U-Bahn
6. Der nächste Streich
7. Autror
 
Raps: KampMc
Cuts: Fester
Beats/Produktion: Saiko - Titel 1,2,3,4,6,7
Titel 5: Fester
Gitarre: Thomas Dinter - Titel 2,3
Aufgenommen u. Gemischt im Goalgetter Studio von DBH u. Saiko
Mastering: 3 Lil Hamsters
Cover: 3HV

 
Kritiken:
   

BACKSPIN Nr.34 - Mai 2002
Was benötigt man für eine spannende, lustige und ziemlich abgedrehte Geschichte ? Ganz einfach: Man nehme eine alte Oma namens Rosmarie, einen Polizisten, der auf den Namen Helmut hört, Santa Claus, den Osterhasen Hasenzahn, zwei Politiker (Hörgie und Wolferl) und fertig ist eine Geschichte, die so wahr ist wie der Knochen des toten Bären, der euch gerade aufgebunden wurde. Alles klar ? Für diese eigenwillige, aber sehr innovative und lustig umgesetzte Konzeptidee zeichnet sich der 20-jährige Wiener Kamp MC verantwortlich, der mit seinem Beatbastler Saiko und seinem Dj Fester auf seiner neuen EP (bisher veröffentlichte er einige Samplerbeiträge und Maxis) eine Story mit oben genannten Hauptpersonen erzählt. Ähnlich wie bei Prince Pauls "Prince among thieves"-Projekt wird also auf allen 7 Stücken ein Hörfilm abgespielt, der große Aufmerksamkeit von Seiten der Hörer benötigt. Dabei gelingt es Kamp, nicht nur inhaltlich zu kreativen Höhenflügen abzuheben, sondern auch in Bezug auf Doppelreime und Flow zu überzeugen. Dazu gesellen sich größtenteils sehr freshe Beats (mein Favorit ist diesbezüglich gleich das Intro), so dass insgesamt eine sehr interessante EP vorliegt. Wer sich die Zeit nimmt, Kamp bei seinem Kampf gegen Polizei und Politiker (Jörg Haider taucht als Hörgie Jaider auf) zu begleiten, wird seine Freude haben. Unterstützung findet Kamp übrigens bei Whizz Vienna (vom Boulevard L) und dem THM-Squad, mit denen er es schafft, Kritik an Staat und Polizei zu üben, ohne dabei mit dem obligatorischen Zeigefinger zu langweilen. Props!

JUICE Nr.10 - Oktober 2002 (12inch des Monats !)
Das Österreich so einiges auf dem Kasten hat, beweist Kamp aus Wien. "Die Knochen des toten Bären" ist konzeptionell äußerst vertrackt, eine Verquickung aus Urban Myths und Kritik an der untolerierbaren Regierung der Alpenrepublik. Mit Samples aus osteuropäischen Jazzplatten werden höchst musikalische Produktionen gezaubert, die den swingenden Flow von Kamp - der sich auch in der Aussprache noch zu nahe an Herrn Deluxe aus HH befindet - unterstützen. Die Stärke der Maxi liegt allerdings in einem Storytelling, das im deutschsprachigen Bereich noch ohne Pendant ist. Gemessen am jugendlichen Alter der Beteiligten nahezu meisterlich. Und deswegen ist so eine Platte auch absolut zu empfehlen.

HipHop.at - März 2002
Gut Ding braucht Weile. Begonnen hat die ganze Geschichte schon im Jahr 2000. Damals hatte Kamp MC mit seinen Kollegen Fester und Saiko die Idee eine Geschichte zu erzählen. Vorbild dafür dürfte wohl eine der wohl besten Stories "A Prince Among Thieves" von "Prince Paul" gewesen sein. Um das Publikum nicht zu sehr zu verwirren, schickte man die Maxi "Santa Klaus & Hasenzahn" auf dem deutschen Label Deck8 voraus. Leider bekam Deck8 im Jahr 2001 erhebliche finanzielle Probleme und somit wurden von Labelseite alle Projekte auf Eis gelegt. Das konnte aber die drei Bandmitglieder nicht aus der Bahn werfen. Saiko gründete kurzerhand sein eigenes Label "Stiege44" und die Pressung der eigenen Platte konnte in Auftrag gegeben werden. Rund vier Monate nach der Releaseparty halte ich jetzt das schwarze Gold in den Händen und kann mir die Geschichten von Rosi, Helmut und anderen dubiosen Personen anhören. Saiko hat auf dieser Platte wieder einige sehr feine Samples gediggt und auch DJ Fester ist auf diesem Werk unter die Produzenten gegangen und hat ein Stück (U-Bahn) auf Platte gebannt. Zu den Raps von Kamp MC brauche ich gar nicht mehr viel verlieren. Die Vorwürfe von wegen Biterei diverser deutscher Wortakrobaten, dürfte spätestens mit d.K.d.t.B als überholt gelten, denn so gute komplexe Texte habe ich im letzten Jahr nur auf ganz, ganz wenigen deutschsprachigen Platten gehört. Inhaltlich spielt sich viel Lebenserfahrung in den Texten von Kamp MC wieder, so durfte die rechtskonservative Regierungsbildung von den ebenfalls wichitgen Charaktären Hörgie & Worlferl ebensowenig verschont werden, wie die Rolle der Polizei - in Form des Polizisten Helmut - bei den Demonstrationen danach. Natürlich verfolgt dieser Polizist die drei Jungs von Kamp und den zu Hilfe eilenden "Whizz Vienna", der als einziges Feature auf dieser Platte mit sehr guten Lines glänzt. Aufgenommen und gemischt wurde diese Platte von D.B.H (Total Chaos) in den Goalgetter-Studios und Goalgetter ist auch für den weltweiten Vertrieb von d.K.d.t.B. und den dazu passenden Instrumentalen verantwortlich.

JUICE Nr. 5 - Mai 2002
Kamp Mc ist in Österreich schon eine feste Grösse. Mit seinen gerade mal 20 Jahren bringt er nun mit Dj Fester und Beatbastler Saiko seine erste Ep in die Plattenregale. Manchen vielleicht noch im Ohr von "santaKlaus&hasenzahn", spinnt er hier seinen Weg weiter. Die Beats der 5 Tracks kommen im gewohnt geschmeidigen Ösi-style, den ich wirklich lieben gelernt habe. Auch Kamps Raps bleiben immer gechillt. Aggro-style überlässt er anderen und flowt lieber feine Alltagsbeobachtungen, Kamp ist Storyteller. Die Skills lassen sich sehen, hier wird aus dem Leben erzählt. Wer sich auch mal Gediegenes auf den Teller legt, der liegt mit "d.K.d.t.B." auf keinsten daneben.

HIPHOPCULTURE.de - Februar 2003
Recordtip
Kamp Mc aus dem schönen Wien liefert mit seiner neuen Ep ein weiteres dickes Release. Unterstützt wird er dabei von dem Produzenten Saiko sowie Dj Fester. Was mir gleich beim ersten Reinhören auffällt, ist die sehr gute Soundqualität dieser Platte. Zudem überraschen mich auch die sehr gut produzierten Beats, die meist aus jazzigen Samples bestehen und so der Ep einen eigenen Touch verleihen. Aber kommen wir nun zum eigentlichen Höhepunkt und zwar zu den Raps, diese können nicht nur mit einem gutem Flow überzeugen , nein !, der junge Kamp Mc versteht es meisterhaft Geschichten zu erzählen und das in einer Art da bleibt einem nur die Spucke weg. Doppelreim an Doppelreim und dabei geht nicht einmal der Inhalt verloren. Das besondere an dieser Ep ist außerdem der rote Faden der sich durch alle Tracks zieht. Nur wer den ersten Track versteht kann auch was mit dem Letzten anfangen, clever und interresant gemacht. Die Cuts von Dj Fester runden die Tracks ab und machen diese Ep zu einem Hörgenuß. Fazit, wer auf pubertierenden Battlerap steht ist hier an der falschen Adresse, denn diese Platte ist echt was für diejenigen unter uns die auf hardcore Storytelling abfahrn. Ihr solltet allerdings beim Reinhörn etwas Zeit mitbringen denn es lohnt sich diese Ep mehrmals zu hören. Also wer auf politische Texte, verpackt in Geschichten abfährt dem kann man dieses Meisterwerk nur wärmstens empfehlen.