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BACKSPIN
Nr.34 - Mai 2002
Was
benötigt man für eine spannende, lustige und ziemlich abgedrehte
Geschichte ? Ganz einfach: Man nehme eine alte Oma namens Rosmarie, einen
Polizisten, der auf den Namen Helmut hört, Santa Claus, den Osterhasen
Hasenzahn, zwei Politiker (Hörgie und Wolferl) und fertig ist eine
Geschichte, die so wahr ist wie der Knochen des toten Bären, der
euch gerade aufgebunden wurde. Alles klar ? Für diese eigenwillige,
aber sehr innovative und lustig umgesetzte Konzeptidee zeichnet sich der
20-jährige Wiener Kamp MC verantwortlich, der mit seinem Beatbastler
Saiko und seinem Dj Fester auf seiner neuen EP (bisher veröffentlichte
er einige Samplerbeiträge und Maxis) eine Story mit oben genannten
Hauptpersonen erzählt. Ähnlich wie bei Prince Pauls "Prince
among thieves"-Projekt wird also auf allen 7 Stücken ein Hörfilm
abgespielt, der große Aufmerksamkeit von Seiten der Hörer benötigt.
Dabei gelingt es Kamp, nicht nur inhaltlich zu kreativen Höhenflügen
abzuheben, sondern auch in Bezug auf Doppelreime und Flow zu überzeugen.
Dazu gesellen sich größtenteils sehr freshe Beats (mein Favorit
ist diesbezüglich gleich das Intro), so dass insgesamt eine sehr
interessante EP vorliegt. Wer sich die Zeit nimmt, Kamp bei seinem Kampf
gegen Polizei und Politiker (Jörg Haider taucht als Hörgie Jaider
auf) zu begleiten, wird seine Freude haben. Unterstützung findet
Kamp übrigens bei Whizz Vienna (vom Boulevard L) und dem THM-Squad,
mit denen er es schafft, Kritik an Staat und Polizei zu üben, ohne
dabei mit dem obligatorischen Zeigefinger zu langweilen. Props!
JUICE
Nr.10 - Oktober 2002 (12inch
des Monats !)
Das Österreich so einiges auf dem Kasten hat, beweist
Kamp aus Wien. "Die Knochen des toten Bären" ist konzeptionell
äußerst vertrackt, eine Verquickung aus Urban Myths und Kritik
an der untolerierbaren Regierung der Alpenrepublik. Mit Samples aus osteuropäischen
Jazzplatten werden höchst musikalische Produktionen gezaubert, die
den swingenden Flow von Kamp - der sich auch in der Aussprache noch zu
nahe an Herrn Deluxe aus HH befindet - unterstützen. Die Stärke
der Maxi liegt allerdings in einem Storytelling, das im deutschsprachigen
Bereich noch ohne Pendant ist. Gemessen am jugendlichen Alter der Beteiligten
nahezu meisterlich. Und deswegen ist so eine Platte auch absolut zu empfehlen.
HipHop.at
- März 2002
Gut Ding braucht Weile. Begonnen hat die ganze Geschichte schon
im Jahr 2000. Damals hatte Kamp MC mit seinen Kollegen Fester und Saiko
die Idee eine Geschichte zu erzählen. Vorbild dafür dürfte wohl eine der
wohl besten Stories "A Prince Among Thieves" von "Prince Paul" gewesen
sein. Um das Publikum nicht zu sehr zu verwirren, schickte man die Maxi
"Santa Klaus & Hasenzahn" auf dem deutschen Label Deck8 voraus. Leider
bekam Deck8 im Jahr 2001 erhebliche finanzielle Probleme und somit wurden
von Labelseite alle Projekte auf Eis gelegt. Das konnte aber die drei
Bandmitglieder nicht aus der Bahn werfen. Saiko gründete kurzerhand sein
eigenes Label "Stiege44" und die Pressung der eigenen Platte konnte in
Auftrag gegeben werden. Rund vier Monate nach der Releaseparty halte ich
jetzt das schwarze Gold in den Händen und kann mir die Geschichten von
Rosi, Helmut und anderen dubiosen Personen anhören. Saiko hat auf dieser
Platte wieder einige sehr feine Samples gediggt und auch DJ Fester ist
auf diesem Werk unter die Produzenten gegangen und hat ein Stück (U-Bahn)
auf Platte gebannt. Zu den Raps von Kamp MC brauche ich gar nicht mehr
viel verlieren. Die Vorwürfe von wegen Biterei diverser deutscher Wortakrobaten,
dürfte spätestens mit d.K.d.t.B als überholt gelten, denn so gute komplexe
Texte habe ich im letzten Jahr nur auf ganz, ganz wenigen deutschsprachigen
Platten gehört. Inhaltlich spielt sich viel Lebenserfahrung in den Texten
von Kamp MC wieder, so durfte die rechtskonservative Regierungsbildung
von den ebenfalls wichitgen Charaktären Hörgie & Worlferl ebensowenig
verschont werden, wie die Rolle der Polizei - in Form des Polizisten Helmut
- bei den Demonstrationen danach. Natürlich verfolgt dieser Polizist die
drei Jungs von Kamp und den zu Hilfe eilenden "Whizz Vienna", der als
einziges Feature auf dieser Platte mit sehr guten Lines glänzt. Aufgenommen
und gemischt wurde diese Platte von D.B.H (Total Chaos) in den Goalgetter-Studios
und Goalgetter ist auch für den weltweiten Vertrieb von d.K.d.t.B. und
den dazu passenden Instrumentalen verantwortlich.
JUICE
Nr. 5 - Mai 2002
Kamp Mc ist in Österreich schon eine feste Grösse.
Mit seinen gerade mal 20 Jahren bringt er nun mit Dj Fester und Beatbastler
Saiko seine erste Ep in die Plattenregale. Manchen vielleicht noch im
Ohr von "santaKlaus&hasenzahn", spinnt er hier seinen Weg weiter. Die
Beats der 5 Tracks kommen im gewohnt geschmeidigen Ösi-style, den ich
wirklich lieben gelernt habe. Auch Kamps Raps bleiben immer gechillt.
Aggro-style überlässt er anderen und flowt lieber feine Alltagsbeobachtungen,
Kamp ist Storyteller. Die Skills lassen sich sehen, hier wird aus dem
Leben erzählt. Wer sich auch mal Gediegenes auf den Teller legt, der liegt
mit "d.K.d.t.B." auf keinsten daneben.
HIPHOPCULTURE.de
- Februar 2003
Recordtip
Kamp Mc aus dem schönen Wien liefert mit seiner neuen
Ep ein weiteres dickes Release. Unterstützt wird er dabei von dem Produzenten
Saiko sowie Dj Fester. Was mir gleich beim ersten Reinhören auffällt,
ist die sehr gute Soundqualität dieser Platte. Zudem überraschen mich
auch die sehr gut produzierten Beats, die meist aus jazzigen Samples bestehen
und so der Ep einen eigenen Touch verleihen. Aber kommen wir nun zum eigentlichen
Höhepunkt und zwar zu den Raps, diese können nicht nur mit einem gutem
Flow überzeugen , nein !, der junge Kamp Mc versteht es meisterhaft Geschichten
zu erzählen und das in einer Art da bleibt einem nur die Spucke weg. Doppelreim
an Doppelreim und dabei geht nicht einmal der Inhalt verloren. Das besondere
an dieser Ep ist außerdem der rote Faden der sich durch alle Tracks zieht.
Nur wer den ersten Track versteht kann auch was mit dem Letzten anfangen,
clever und interresant gemacht. Die Cuts von Dj Fester runden die Tracks
ab und machen diese Ep zu einem Hörgenuß. Fazit, wer auf pubertierenden
Battlerap steht ist hier an der falschen Adresse, denn diese Platte ist
echt was für diejenigen unter uns die auf hardcore Storytelling abfahrn.
Ihr solltet allerdings beim Reinhörn etwas Zeit mitbringen denn es lohnt
sich diese Ep mehrmals zu hören. Also wer auf politische Texte, verpackt
in Geschichten abfährt dem kann man dieses Meisterwerk nur wärmstens empfehlen.
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